Fachliche offene Punkte (BQ)
Status: Entwurf · Stand: 2026-04-29
Lebende Liste fachlicher Fragen, die mit den Stakeholdern (siehe ../10-business/03-stakeholders.md) zu klären sind. Jeder Punkt blockiert eine konkrete Spec-/UI-/Berechnungs-Entscheidung.
Format: BQ = Business Question. ID-Reihenfolge ist stabil; gelöste Punkte werden als „Gelöst:“-Block belassen, nicht entfernt.
Übersicht
| ID | Frage | Status | Stakeholder | Bezug |
|---|---|---|---|---|
| BQ-01 | Mandats-Pricing pro Modul — wie verdient die Holding? | offen — mit Stakeholdern klären | Holding-GL, Tochter-GL, Mandats-Vertrieb | Wertversprechen, Modul-Konfigurator, Berechnung |
| BQ-02 | Mandatsvertrag — Laufzeit, Kündigung, Exklusivität, Modul-Ausstieg, Eigentümerwechsel | offen — mit Stakeholdern klären | Recht, Holding-GL, Mandats-Vertrieb | Case-Lebenszyklus, Stammdaten |
| BQ-03 | Annahmen-Governance — Wer pflegt zentrale Defaults, Frequenz, Versionierung, Override | offen — mit Stakeholdern klären | Modellierer (Controlling), Holding-GL, Auditor | Berechnung, Case-Lebenszyklus |
| BQ-04 | Mieter-Anschlussquote — Verantwortung, Plan-vs.-Ist-Tracking, Schwellen, Hebel | zurückgestellt — mit Stakeholdern klären, sobald Mieterstrom-Modul detailliert wird | ad hoc immobilien, ad hoc best services, Mandats-Vertrieb | UC Liegenschafts-Bewertung, Energie-Objekte |
| BQ-05 | Datenhoheit zwischen Töchtern — wer sieht welche Margen-Beiträge in Portfolio-Aggregations? | offen — mit Stakeholdern klären | Holding-GL, Tochter-GL, Auditor | UC Portfolio-Aggregation, Rollen und Berechtigungen |
| BQ-06 | Angebot-Subtypen (service / material) — Diskriminator-Attribut oder separate Entity-Types? | offen — abhängig von Attribut-Divergenz | Fachmodellierer, Holding-Controlling | Entitäten-Katalog |
| BQ-07 | Liegenschaft-Typen und Pflichtattribute — welche property_type-Werte, welche Pflichtfelder je Typ? | offen — mit Stakeholdern klären | ad hoc immobilien, Mandats-Vertrieb | Liegenschaft-Objekte, Entitäten-Katalog |
| BQ-08 | Bewirtschaftung nach Renovierung — im Case-Status/Phase oder eigene operation_period-Entität? | offen — fachliches Lifecycle-Design | Fachmodellierer, ad hoc immobilien | Case-Objekte, Case-Lebenszyklus |
| BQ-09 | Module — eigener Entity-Type mit Pricing/Konditionen oder nur enum_set auf case.module_selection? | offen — abhängig von BQ-01 (Pricing-Komplexität) | Holding-GL, Mandats-Vertrieb, Fachmodellierer | Entitäten-Katalog, BQ-01 |
| BQ-10 | Modulwechsel-Audit — Modul-Hinzunahme/-Kündigung: neuer Folge-Case oder Erweiterung des laufenden Case? | offen — mit Stakeholdern klären | Mandats-Vertrieb, Recht, Holding-GL | Case-Lebenszyklus, Stammdaten-Lifecycle |
| BQ-11 | Case-Status-Workflow — welche Status-Übergänge sind fachlich zugelassen? | offen — vor Implementierung zu fixieren | Fachmodellierer, Holding-GL | Case-Objekte, Case-Lebenszyklus |
BQ-01 · Mandats-Pricing pro Modul
Status: offen — mit Stakeholdern klären Verantwortlich für Klärung: Christian Gehrt (Holding-Steuerung), Tochter-GL je Modul, Mandats-Vertrieb
Die buchbaren Module (Verwaltung, Mieterstrom + Messdienst, Messdienst standalone, Abrechnung, Energieberatung, Versicherung, Mieter Access) sind benannt — aber die Geschäftslogik innerhalb jedes Moduls ist offen. Pro Modul muss feststehen, wie die Holding (bzw. die durchführende Tochter) verdient.
Pricing-Schema-Optionen:
| Schema | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Festpreis | fester €-Betrag pro Wohneinheit + Monat oder pro Liegenschaft + Monat | Verwaltung 25 €/WE/Monat |
| Cost-Plus | Selbstkosten der Tochter plus festen Aufschlag-Prozentsatz | Bauleistung Materialeinkauf + 18 % |
| % am Ertrag | Provision auf Bruttoerlös des Moduls | 1,0–5,0 ct/kWh aus Mieterstrom-Verkauf |
| Mischform | Grundgebühr + variable Komponente | Abrechnung 0,56 €/WE/Monat + 12 % Mahnpauschale |
Erfragt werden muss pro Modul:
- Welches Schema gilt? (eines aus Tabelle oder Mix)
- Wer setzt den Preis fest — zentrale Holding-Liste oder Verhandlungsspielraum pro Mandat?
- Gibt es Volumen-Staffeln (kleine Liegenschaft vs. > 50 WE)?
- Wie verhalten sich interne (Tochter) vs. externe Provider preislich? Margenwirkung in der Doppelsicht (Eigentümer vs. Holding)?
- Müssen Pricing-Werte versionierbar sein (alte Mandate behalten alten Preis)?
Datenmodell-Konsequenz: eigenes module_pricing (Stammdaten-Entity) mit Modul-Schlüssel, Schema-Typ, Schema-Parametern, Gültigkeitsfenster (valid_from/valid_to, siehe Bitemporalität OP-32). Calculation-Engine resolved den anwendbaren Pricing-Eintrag pro Case zum Mandats-Stichtag.
BQ-02 · Mandatsvertrag — Laufzeit, Kündigung, Exklusivität
Status: offen — mit Stakeholdern klären Verantwortlich für Klärung: Recht (extern), Christian Gehrt, Mandats-Vertrieb
Die mandat-Entity ist heute weder vertraglich rahmengebend noch lebenszyklus-modelliert. Folgende Punkte sind offen:
| Frage | Optionen | Wirkung in der Workbench |
|---|---|---|
| Mindestlaufzeit pro Modul | uniform vs. modulspezifisch (Mieterstrom 10 J., Verwaltung 1 J.) | mandat_modul.min_term_years, Solver-Constraint |
| Kündigungsfrist | uniform (z. B. 3 Monate) vs. modulspezifisch | mandat_modul.notice_period_months |
| Kündigungsgrund-Pflicht | ja/nein, ggf. nur für ordentliche Kündigung | Audit-Pflicht im Folge-Case |
| Exklusivität pro Modul | Bündel-Pflicht vs. Modul-frei wählbar | Prüfung beim Konfigurator-Schritt |
| Modul-Ausstieg während Laufzeit | Pönale-Modell, Restrückbau zu Lasten von wem (Eigentümer / Holding / Tochter)? | eigene Cashflow-Position im Folge-Case |
| Eigentümerwechsel der Liegenschaft | Mandat folgt der Liegenschaft (Käufer übernimmt) vs. Mandat erlischt | Stammdaten-Lifecycle für eigentuemer-Wechsel |
| Vertragslokalisierung | ein Vertrag pro Mandat oder ein Rahmenvertrag plus Modul-Anlagen | Dokument-Anhänge (DDM_ATTACHMENT) |
Erfragt werden muss bei Recht und Holding-GL:
- Existiert bereits ein Standard-Mandatsvertrag oder muss er parallel entworfen werden?
- Sind individuelle Verhandlungen pro Mandat zulässig oder gilt das Standard-Set zwingend?
- Wie wird ein Mandat formal beendet (Schreibform, Frist, Annahme durch Holding)?
- Gibt es regulatorische Mindest-/Maximalfristen (z. B. AGB-Recht für Verbraucher-Eigentümer vs. B2B)?
Datenmodell-Konsequenz: neue Stammdaten-Entity mandate_contract mit Vertragsparametern, plus mandat_modul für die Modul-Bestellung pro Mandat (mit Laufzeit, Kündigungs-Status, Aktivitäts-Fenster).
BQ-03 · Annahmen-Governance — Defaults, Versionierung, Override
Status: offen — mit Stakeholdern klären Verantwortlich für Klärung: Controlling/Modellierer, Holding-GL, Auditor
Modelle nutzen Annahmen (Strompreis-Pfad, Zinssatz, Inflation, EEG-Vergütung, Materialkosten-Index, Mietausfall-Quote, Anschlussquoten). Offen:
| Frage | Auswirkung |
|---|---|
| Pflege-Verantwortung zentral (Holding-Modellierer) vs. tochter-eigene Sets vs. Kommissions-Set? | RBAC auf assumption_set |
| Aktualisierungsfrequenz quartalsweise / jährlich / anlassbezogen? | Workflow + Erinnerungs-Job |
| Versionierung der Annahmen-Sets — bekommt jeder freigegebene Case einen Snapshot des aktiven Sets? | bitemporal (OP-32) auf assumption_set |
| Override pro Case — darf der Analyst Default-Annahmen für einen einzelnen Case verändern? Mit Begründungs-Pflicht? Mit Approval? | Service-Layer-Regel + Audit |
| Sensitivitäts-Defaults — welche Spreizung wird automatisch als Worst/Best/Realistisch gerechnet (z. B. Strompreis ±20 %)? | im assumption_set als Triplet pro Annahme |
| Annahmen-Quellen-Pflicht — muss jede Default-Annahme eine Quelle/Herleitung haben (für Auditor)? | zusätzliche Pflichtfelder |
Erfragt werden muss bei Controlling und Holding-GL:
- Gibt es heute schon Excel-basierte Annahmen-Sammlungen, die als V1-Seed dienen können?
- Wer übernimmt operativ die Pflege im Tagesgeschäft?
- Wie wird der Auditor sich später überzeugen können, dass eine alte Empfehlung „mit den damaligen Annahmen” korrekt war?
Datenmodell-Konsequenz: Stammdaten-Entities assumption_set (versioniert, bitemporal, mit valid_from/valid_to) und assumption_value (Schlüssel, Wert mit Einheit, Quelle, Worst/Best/Realistisch-Spreizung). Snapshot beim Case-Freigabe, parallel zum decision_threshold_set aus BQ-01-naher Logik.
BQ-04 · Mieter-Anschlussquote — Plan, Ist, Verantwortung
Status: zurückgestellt — wird bei Detaillierung des Mieterstrom-Moduls aufgegriffen Verantwortlich für Klärung: ad hoc immobilien (Verwaltung), ad hoc best services (Abrechnung), Mandats-Vertrieb
Die Mieterstrom-Wirtschaftlichkeit hängt sensibel an der Anschlussquote (% der WE, die einen Mieterstrom-Vertrag abschließen). Heute weder im Datenmodell noch im Workflow verortet.
Offene Punkte für die spätere Klärung:
- Wer schließt operativ mit dem Mieter ab —
ad hoc immobilien,ad hoc best services, externe Vertriebler? - Plan-Quote in V1 — Stammdaten-Default je Liegenschaftstyp, Eigentümer-Override, oder pro Case Annahmen-Schieber?
- Ist-Quote-Tracking — wird die Anschlussquote als Stammdatum auf der Liegenschaft gepflegt? Ändert das den
aktiv-Case rückwirkend (Re-Berechnung)? - Schwelle für Wirtschaftlichkeits-Knick — unter welcher Quote wird Mieterstrom automatisch unrentabel und die Workbench warnt?
- Hebel zur Steigerung — modelliert die Workbench Marketing-Maßnahmen, Tarif-Diskonts, Anschluss-Boni als eigene Kostenpositionen?
Bezug: Berechnungs-Sensitivität (Worst-Case = niedrige Quote), Risikobetrachtung in ../60-rules-and-calculation/03-decision-criteria.md, und ein Anschluss-Tracking-Feature im UC-04-Lebenszyklus.
Begründung Zurückstellung: das Mieterstrom-Modul-Modell ist als Excel-Tapete vorhanden (Quelle Kickoff 2026-04-24), der Anschlussquoten-Mechanismus ist aber nicht der V1-blockierende Punkt. V1 startet mit einer konfigurierbaren Annahmen-Schieber-Quote (siehe BQ-03), Ist-Tracking folgt sobald reale Mandate aktiv sind.
BQ-05 · Datenhoheit zwischen Töchtern — Portfolio-Margen-Sichtbarkeit
Status: offen — mit Stakeholdern klären Verantwortlich für Klärung: Christian Gehrt (Holding-GL), Tochter-GL, Auditor
In UC-03 (Portfolio-Aggregation) konsolidiert die Holding Margen-Beiträge aller Töchter. Unklar ist, welche Tochter welche Beiträge der anderen Töchter sehen darf.
Drei Optionen stehen zur Wahl:
| Option | Beschreibung | Implikation |
|---|---|---|
| Holding-Privileg | Nur Holding-GL und Auditor sehen Einzel-Beiträge, Töchter sehen nur ihren eigenen | Einfachste RBAC-Umsetzung |
| Anonymisiertes Aggregat | Andere Töchter erscheinen als zusammengefasster „Sonstige”-Beitrag | Mittlere Komplexität; Algorithmus muss k-Anonymität sicherstellen |
| Voll transparent | Alle Töchter sehen alle Einzel-Beiträge | Kulturell und rechtlich riskant — braucht explizite Freigabe aller Beteiligten |
Erfragt werden muss bei Holding-GL und Tochter-GFs:
- Ist Transparenz zwischen Töchtern politisch gewollt oder explizit unerwünscht?
- Gibt es Vertragsklauseln zur Vertraulichkeit von Margen-Daten zwischen Töchtern?
- Gilt eine einheitliche Policy oder unterschiedlich je Tochter-Paarung?
Datenmodell-Konsequenz: entweder ACL-Einträge pro Report-View je Tochter-Principal, oder dedizierte portfolio_report-Views mit Holding-Only-Filter, oder Aggregations-Masking im Service-Layer vor Auslieferung.
BQ-06 · Angebot-Subtypen — Diskriminator vs. separate Entity-Types
Status: offen — abhängig von Attribut-Divergenz Verantwortlich für Klärung: Fachmodellierer (Controlling), Holding-Steuerung
offer hat heute ein kind-Attribut (service | material). Offen ist, ob Service-Angebote und Material-Angebote mittelfristig so unterschiedliche Pflichtfelder bekommen, dass zwei separate DDM_ENTITY_TYPE-Einträge sinnvoller wären.
| Ansatz | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
Diskriminator-Attribut (kind auf offer) | Ein Typ, einfaches RBAC, einfache Abfragen | Pflichtfelder je kind brauchen bedingte Validierung (OP-14 CEL) |
Separate Entity-Types (service_offer, material_offer) | Klare Trennung, unterschiedliche Attribute ohne Bedingungslogik | Doppelter RBAC-Aufwand, Relations müssen beide Typen referenzieren |
Erfragt werden muss bei Controlling und Fachmodellierer:
- Welche Attribute sind für Material-Angebote zwingend (z. B. Lieferant, Artikelnummer, Mengeneinheit)?
- Welche Attribute sind für Service-Angebote zwingend (z. B. Leistungsort, FTE-Anteil, SLA)?
- Divergieren Lebenszyklus-Status-Workflows zwischen den beiden Typen?
Datenmodell-Konsequenz: bis zur Klärung bleibt kind-Diskriminator auf offer; bei signifikanter Divergenz Migration auf zwei separate Typen (nicht breaking — nur neuer Seed + Daten-Migration).
BQ-07 · Liegenschaft-Typen und Pflichtattribute
Status: offen — mit Stakeholdern klären Verantwortlich für Klärung: ad hoc immobilien, Mandats-Vertrieb
Die property-Entität braucht einen property_type-Wert (Enum). Welche Typen existieren und welche Attribute sind je Typ Pflicht, ist noch nicht fixiert.
Kandidaten für property_type:
residential(Wohngebäude)commercial(Gewerbe)mixed_use(Mischnutzung)land(unbebautes Grundstück)special(Sonderobjekt — Schule, Krankenhaus, …)
Erfragt werden muss bei ad hoc immobilien:
- Welche Typen kommen im Portfolio tatsächlich vor?
- Welche Attribute sind je Typ Pflicht (z. B.
Wohneinheitennur fürresidential/mixed_use)? - Gibt es Typen, auf die bestimmte Module (Mieterstrom, Abrechnung) grundsätzlich nicht buchbar sind?
- Gibt es Subtypen (z. B.
residential.sozialfür Sozialwohnungen mit anderen Mietpreis-Regeln)?
Datenmodell-Konsequenz: property_type wird DDM_ENUM_SET; bedingte Pflichtfelder über DDM_ENTITY_TYPE_ATTRIBUTE.validation_rule mit required_when-CEL-Ausdruck (OP-14).
BQ-08 · Bewirtschaftung nach Renovierung — Case-Phase oder eigene Entität?
Status: offen — fachliches Lifecycle-Design Verantwortlich für Klärung: ad hoc immobilien, Fachmodellierer
Nach Abschluss einer Renovierung oder Modernisierung tritt eine Liegenschaft in eine Bewirtschaftungsphase. Unklar ist, ob dies:
| Option | Beschreibung |
|---|---|
| Case-Status/-Phase | Bewirtschaftung ist ein Status (betrieb) innerhalb des laufenden case — keine neue Entität |
Eigene operation_period-Entität | Eigener Entity-Type, der an die Liegenschaft und den abgeschlossenen Case referenziert; hat eigene Attribute (Betriebskosten-Ist, Mieteinnahmen, Anschlussquote) |
Erfragt werden muss bei ad hoc immobilien:
- Gibt es Fälle, wo nach einem Case mehrere Bewirtschaftungs-Abschnitte folgen (z. B. Zwischenverkauf, Rückkauf)?
- Müssen Betriebskosten-Ist-Daten getrennt vom Modell-Case gespeichert und verglichen werden?
- Wird die Workbench im Betrieb aktiv für KPI-Tracking genutzt oder endet die Nutzung mit dem Case-Abschluss?
Datenmodell-Konsequenz: bei Option 1 — case.status bekommt Wert betrieb; bei Option 2 — neuer operation_period-Typ mit Relation zu property und FK-ähnlicher Referenz auf case.
BQ-09 · Module — Entity-Type mit Pricing oder nur Codeliste?
Status: offen — abhängig von BQ-01 (Pricing-Komplexität) Verantwortlich für Klärung: Holding-GL, Mandats-Vertrieb, Fachmodellierer
V1-Empfehlung aus dem Entitäten-Katalog: Module sind ein DDM_ENTITY_TYPE (module) mit Pricing-Attributen. Alternative: nur DDM_ENUM_SET module_type auf case.module_selection.
| Ansatz | Für | Gegen |
|---|---|---|
Entity-Type module | Trägt Pricing-Schema, Gültigkeitsfenster, Konditionen; versionierbar | Overhead für einfache Modul-Auswahl |
| Enum-Set | Einfach, kein Extra-CRUD | Keine Pricing-Logik, kein Gültigkeitsfenster — alles in Hardcode oder BQ-01 unklar |
Erfragt werden muss:
- Haben Module eigene konfigurierbare Konditionen (Mindestlaufzeit, Kündigungsfristen) — wenn ja, muss BQ-02 zuerst geklärt werden?
- Sollen Pricing-Parameter pro Modul direkt in der Workbench pflegbar sein (Admin-UI)?
- Reicht für V1 ein fest einkodiertes Modul-Set, das sich selten ändert?
Entscheidungsreihenfolge: BQ-01 → BQ-02 → dann BQ-09 final beantworten.
BQ-10 · Modulwechsel-Audit — neuer Folge-Case oder Erweiterung?
Status: offen — mit Stakeholdern klären Verantwortlich für Klärung: Mandats-Vertrieb, Recht, Holding-GL
Wenn ein Eigentümer während eines laufenden Mandats ein Modul hinzunimmt oder kündigt: Empfehlung aus dem Katalog ist ein neuer Folge-Case — aber noch nicht entschieden.
| Option | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Neuer Folge-Case | Klare Audit-Spur, eigenes Berechnungs-Szenario, unveränderliches Original | Mehr Case-Overhead, UI muss Folge-Kette navigierbar machen |
| Erweiterung des laufenden Case | Einfacher für den Nutzer | Ändert historische Modell-Ausgangslage, erschwert Nachvollziehbarkeit |
Erfragt werden muss bei Mandats-Vertrieb und Recht:
- Ist ein Modulwechsel vertraglich als Vertragsänderung oder als Neuvertrag zu werten (→ BQ-02)?
- Muss das ursprüngliche Case-Szenario nach einem Modulwechsel unverändert lesbar bleiben?
- Wie oft sind Modulwechsel in der Praxis zu erwarten (seltene Ausnahme vs. regulärer Vorgang)?
Datenmodell-Konsequenz: bei Folge-Case — case.predecessor_case_id-Relation; bei Erweiterung — case_module_change-Log-Tabelle als Audit-Ergänzung ohne neues Case-Objekt.
BQ-11 · Case-Status-Workflow — erlaubte Übergänge
Status: offen — vor Implementierung zu fixieren Verantwortlich für Klärung: Fachmodellierer, Holding-GL
DDM_ENTITY.status für case hat Kandidaten-Werte (draft, approved, active, closed, …). Welche Übergänge fachlich erlaubt sind und welche Rollen sie auslösen dürfen, ist noch nicht fixiert.
Offene Punkte:
| Frage | Auswirkung |
|---|---|
Welche Status-Werte gibt es für case? | DDM_STATUS_TRANSITION-Seed (OP-48) |
Wer darf draft → approved auslösen? | RBAC-Bindung — Holding-GL oder Tochter-GL? |
Gibt es einen under_review-Status vor approved? | Ggf. Stewardship-Inbox (OP-35, V2) |
Kann ein approved-Case wieder auf draft zurückgesetzt werden? | Audit-Pflicht + Begründung |
Was passiert beim Case-Abschluss — Status closed oder Archivierung? | Unterschiedliche Soft-Delete-Semantik |
Gibt es cancelled als eigenen Status (abgebrochen, nie aktiv)? | Reporting-Filterbarkeit |
Erfragt werden muss bei Holding-GL und Fachmodellierer:
- Gibt es heute einen analogen Prozess (Excel-Freigabe-Workflow), der den fachlichen Lifecycle abbildet?
- Wer muss einen Case formal freigeben, bevor Empfehlungen an den Eigentümer gehen?
- Soll ein archivierter Case reaktivierbar sein?
Datenmodell-Konsequenz: Status-Werte als DDM_ENUM_SET case_status; erlaubte Übergänge in DDM_STATUS_TRANSITION (per OP-48); Rollen-Bindung über required_role-Spalte.
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