UC-02 · Holding-Case aggregieren
Status: Entwurf · Leitfall V1
Verdichtung mehrerer Unit-Cases (je gewähltem Modul / je Tochter) zu einem konsolidierten Holding-Case je Mandat. Beantwortet die Frage: Lohnt sich das Mandat für diese Liegenschaft im Verbund aller gewählten Module?
Trigger
Pro Mandat existieren ein oder mehrere Unit-Cases — einer je gewähltem Modul. Aggregator soll den Holding-Case daraus bilden. Module, die der Eigentümer nicht gewählt hat, gehen nicht in die Aggregation ein.
Akteur
- Primär: Aggregator-Service (automatisch)
- Mitwirkend: Analyst (parametriert die Aggregation), Management (reviewt das Aggregat)
Ablauf
1. Eingangsmenge bestimmen
Aggregator findet alle Unit-Cases zum selben Mandat (gleiche Liegenschaft + gleicher Eigentümer) mit Status analyse oder neuer. Maßgeblich ist die gewählte Modul-Konfiguration des Mandats — nur die zugehörigen Unit-Cases gehen ein. Beispiel-Sets:
- Minimum: nur
versicherung→ 1 Unit-Case - Typisch:
verwaltung+mieterstrom+abrechnung→ 3 Unit-Cases - Volles 360° + Mieter-Access: 7 Unit-Cases
2. Konsistenz prüfen
- Gleiche Liegenschaft? (Pflicht)
- Gleicher Modellstand? (Pflicht — sonst nicht vergleichbar)
- Gleicher Stammdaten-Snapshot? (Pflicht)
- Gleicher Szenario-Identifier? (Pflicht — Best/Worst/Realistisch nicht mischen)
Bei Verletzung: Hinweis im Dossier, Aggregation läuft trotzdem mit Warnung — der Analyst entscheidet.
3. Verdichtung
Pro Kennzahl-Familie:
| Familie | Verdichtung |
|---|---|
| CapEx (Modul-Investitionen, Holding-Anteil) | Summe über Töchter — nur Holding-finanzierte Anteile, vom Eigentümer getragene Anteile separat ausweisen |
| OpEx laufend | Summe je Periode |
| Erlöse Holding | Summe je Periode (intern eliminieren — siehe unten) |
| Erlöse Eigentümer (Eigentümer-Sicht) | parallel ausgewiesen: Eigentümer-Vorteil pro Periode |
| Cashflow Holding | Summe der Cashflows nach Eliminierung |
| IRR / NPV | aus aggregiertem Cashflow neu berechnet (separat für Holding und Eigentümer) |
| Amortisation | aus aggregiertem Cashflow |
| Risiko | maximaler Verlust über Szenarien |
4. Eliminierung interner Leistungsverflechtungen
Wenn Tochter A der Tochter B eine Dienstleistung in Rechnung stellt, ist das aus Holding-Sicht ein interner Posten — er darf nicht doppelt als Erlös und Aufwand zählen. Aggregator eliminiert solche Posten anhand der internal_to_holding-Markierung am Vertrag.
5. Tochter-Beitrag-Tabelle
Jede Tochter erhält eine Zeile mit:
- Eigener Marge (intern berechnet)
- Beitrag zum Holding-Cashflow
- Risikobeitrag
- Anteil am Gesamt-Holding-Ergebnis
Das ist die zentrale Sicht für die Holding-Geschäftsleitung: wer trägt wieviel? Wer ist Verlustbringer, der durch andere kompensiert wird?
6. Sensitivitäten
Aggregator rechnet Standard-Sensitivitäten:
- ±10 % Strompreis
- ±10 % Mietsteigerung
- ±100 bp Zinsänderung
- ±15 % Sanierungskosten
→ Tabelle, welche Variation den Holding-Case kippen lässt.
7. Holding-Case bereitsteht
Resultat ist ein eigener Case-Datensatz vom Typ holding_case, der:
- die Unit-Cases referenziert (nicht kopiert — Live-Verknüpfung im Draft, Snapshot bei Freigabe)
- eigene Kennzahlen trägt (verdichtet)
- ein eigenes Dossier führt (mit den Unit-Dossiers verlinkt)
8. Freigabe Holding-Case
Management der Holding (nicht der Töchter) gibt den Holding-Case frei. Bei Freigabe:
- Modell-Snapshot
- Stammdaten-Snapshot
- Snapshot der Unit-Cases zum Freigabezeitpunkt
Alternative Pfade
- Unit-Case fehlt (nur 3 von 5 erwarteten Töchtern haben einen Case): Aggregator markiert die fehlende(n) Tochter(n) und rechnet ohne. Analyst muss entscheiden, ob das Aggregat aussagekräftig ist.
- Widersprüchliche Snapshots: Aggregator verweigert die Aggregation, fordert Konsistenz an.
- Tochter widerspricht den von ihr ausgewiesenen Konditionen: eigener Workflow, der das Stammdatum reklamiert.
Datenhoheit zwischen Töchtern
Heikel: Tochter A soll nicht zwingend die Marge von Tochter B sehen. Optionen (zu entscheiden — siehe ../80-open-questions/01-fachliche-offene-punkte.md):
- Holding-Sicht-Privileg — nur Holding-Management und Auditor sehen Aggregat; Tochter sieht nur ihren Unit-Case.
- Anonymisiertes Aggregat — andere Töchter werden als „andere Beiträge” zusammengefasst.
- Voll transparent — alle Beteiligten sehen alle Beiträge.
Die ACL-Mechanik aus docs/spec/70-security/02-authorization.md (scope=entity, attribute_key) deckt alle drei Varianten ab — die fachliche Konfiguration ist offen.
Beteiligte Fachobjekte
Liegenschaft,Tochtergesellschaft,HoldingUnitCase,HoldingCase(zwei Spezialisierungen vonCaseübercase_type)Modell,Szenario,StammdatenSnapshotVertragmit Flaginternal_to_holding
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