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Geschäftskontext

Status: Entwurf · Spec-Kandidat: nein (Hintergrund)

Auftraggeber

ad hoc Unternehmensgruppe mit Dachgesellschaft ad hoc holding AG, Sitz Jena. Positioniert sich als 360°-Immobiliendienstleister in Deutschland: Planung, Realisierung, Verwaltung, Modernisierung, Abrechnung, Vermarktung, Energie und Kommunikation rund um die Immobilie.

Kennzahlen:

  • über 600 Mitarbeiter
  • bundesweit 9 Standorte
  • 9 Tochtergesellschaften als integrierte Leistungsträger

Quelle: adhoc-gruppe.de.

Geschäftsmodell

ad hoc kauft die Liegenschaft nicht. Eigentümer (Privat-, Wohnungs- oder institutionelle Investoren) bleiben Besitzer. ad hoc übernimmt im Mandats-Verhältnis ein modular gewähltes Bündel an Dienstleistungen rund um die Liegenschaft.

Strom-Arbitrage als Finanzierungskern

Wertschöpfungs-Kern des Mieterstrom-Moduls ist die Strom-Arbitrage: PV + Speicher liefern bedarfsgerecht günstig eingekauften Strom (typischerweise nachts), der bei Spitzenlast intern zu höherem Preis weitergegeben wird. Möglich wird das durch individuelle Lastenprofile pro Zähler in Echtzeit statt pauschaler Standardlastprofile. Mit eigener PV reduziert sich der Spitzenlast-Zukauf zusätzlich.

Bewusster Verzicht auf EEG-Förderung

Beim Mieterstrom-Modul agiert ad hoc außerhalb des EEG. Förderungen entfallen — im Gegenzug entsteht die Freiheit, als autarker Versorger bis zur Haustür aufzutreten („Liegenschaftsmodell”). Voraussetzung: Wärme- und Wasserverbräuche werden ebenfalls gemessen und abgerechnet (Module messdienst und abrechnung). Rechtlich werden Begriffe wie Messstellenbetreiber oder Netzbetreiber bewusst gemieden — die Vertragsgestaltung erfolgt mit juristischer Begleitung.

Pflichtmodule sind aus heutiger Sicht keine — der Eigentümer kann mit einem einzelnen Modul starten und später erweitern. Typische Module:

ModulTochterWas leistet die Holding?
VerwaltungAHI · ad hoc immobilienHausverwaltung, Buchhaltung, Vermietung
Mieterstrom + MessdienstAHBW · ad hoc bau.werkPV/Speicher-Installation, Submetering, Verbrauchserfassung
AbrechnungAHBS · ad hoc best servicesMiet-, BK-, HK- und Mieterstrom-Abrechnung
EnergieberatungAHPW · ad hoc planwerkEnergieausweis, Beratung, Sanierungs-Konzept
VersicherungAHV · ad hoc VersicherungsdienstVermittlung Gebäude-/Haftpflicht/PV-Police
Mieter Access (perspektivisch)AHC · ad hoc communicationGlasfaser-Hausanschluss, Internet- und IoT-Tarife für Mieter

Jedes Modul ist eigenständig buchbar. Das volle 360°-Paket ist nur ein Spezialfall — fachlich ist die typische Konfiguration „Verwaltung + Mieterstrom + Abrechnung” und Erweiterung über Zeit.

Geschäftsproblem

Die Holding will dem Eigentümer für eine konkrete Liegenschaft beantworten: welche Modulkombination passt — wirtschaftlich für den Eigentümer, profitabel für die Holding, technisch realisierbar?

Schwierigkeiten:

  1. Modulkombinatorik. 6 Module → 63 mögliche Kombinationen. Pro Kombi unterschiedliche CapEx, OpEx, Erlös-Struktur. Beispiel:
    • Mieterstrom alleine (ohne Submetering-Modul) ist abrechnungstechnisch teurer.
    • Verwaltung + Versicherung + Energieberatung ist personell minimal-invasiv, aber niedrige Marge.
    • Volles Bündel inkl. PV-/Speicher-Installation hat hohen CapEx, aber 20 Jahre Mieterstrom-Laufzeit.
  2. Mehrkernige Wirtschaftlichkeit. Das Ergebnis hängt nicht an einer einzelnen Tochter, sondern am Zusammenspiel der gewählten Module:
    • Submetering allein bringt 0,57 €/VE/Monat Marge.
      • PV/Speicher trägt zusätzlich 11,48 €/VE/Monat aus Mieterstrom.
      • Verwaltung legt nochmal ~10,84 €/VE/Monat drauf.
    • Eine Einzeltochter-Sicht trifft schlechte Entscheidungen.
  3. Doppelte Wirtschaftlichkeitssicht. Pro Mandat sind zwei Cashflows zu zeigen:
    • Eigentümer-Cashflow — was bringt das Modulpaket dem Mandanten? (Mieterstrom-Marge, Sparpotential bei externen Verträgen, Wertsteigerung).
    • Holding-Cashflow — was bringt es der Holding und welche Tochter trägt wieviel?

Aktuelle Situation

  • Modulpreise und Margen liegen in Excel-Regelwerken verteilt über die Töchter.
  • Stammdaten zu Eigentümern, Liegenschaften, Tarifen, Providern sind nicht zentral.
  • Keine systemische Möglichkeit, Modulkombinationen + Was-wäre-wenn-Szenarien zu rechnen.
  • Keine Holding-Sicht, die alle gewählten Module gleichzeitig konsolidiert.
  • Angebote an Eigentümer sind schlecht reproduzierbar und nicht versionierbar.

Strategische Ziele

  1. Modularität — pro Liegenschaft frei wählbares Modulbündel, jederzeit erweiterbar, ohne dass nicht-gebuchte Module die Wirtschaftlichkeitsrechnung „mitziehen”.
  2. Transparenz — pro Modul, pro Tochter, pro Liegenschaft sichtbar; Eigentümer- und Holding-Sicht getrennt darstellbar.
  3. Konsolidierung — Holding-Case als verdichtete Gesamtsicht über alle gewählten Module.
  4. Optimierung — welches Modulbündel + welche Provider/Tarif-Konstellation maximiert NPV/IRR — für Eigentümer und für Holding?
  5. Adhoc-Auskunftsfähigkeit — Was-wäre-wenn-Szenarien (Modul rein/raus, Tarif-Variante, Sanierungsstufe) jederzeit ohne Excel-Bastelei.
  6. Skalierbarkeit — ein Modell heute, beliebig viele parallele Modelle morgen (mehrere Mandate, mehrere Geschäftsmodelle, später White-Label / SaaS).
  7. Digitale Souveränität — Daten verlassen die Holding nicht.

Zwei Betriebsmodelle (perspektivisch)

ModellWer betreibtZielgruppe
Managedwir (auf Hetzner via Coolify)Holding selbst, andere Konzerne ohne IT-Ops
Self-HostedKundeKonzerne mit strenger Souveränitäts-Anforderung

Gleiche Container-Images, gleiche Releases, gleicher Code. Nur Betriebsverantwortung unterscheidet sich. (Quelle: projektmike/output/gettingtoyes/zielarchitektur.md.)

Make / Buy

Hybrid-Ansatz:

  • Make: Domänenmodell, Geschäftslogik, Regelengine, Case-Engine, Aggregator, Agentic Layer
  • Buy / OSS: Foundation-Modelle (Claude/OpenAI/Ollama), Postgres + pgvector, Authentik (IAM), Object Storage (Hetzner S3), Coolify (Orchestrierung)

Begründung im Detail: projektmike/output/gettingtoyes/make_or_buy_in_times_of_ai.md.

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